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| Nora Koim aus Berlin besuchte für 3 Monate Uganda. In diesem Bericht schildert sie ihre Eindrücke. | Es war für mich die erste Reise dieser Art: nach Afrika in ein Entwicklungsland. Natürlich macht man sich vorher Gedanken, liest und informiert sich über das Reiseziel. Aber trotzdem ist es ein unvergleichliches Erlebnis, selbst eine solch fremde Kultur zu erleben. Ich hatte das große Glück, zu Beginn meiner Reise nach Uganda einen unschlagbaren Ratgeber an meiner Seite zu haben: Reinhard Berle, seit über 20 Jahren Mitarbeiter des Kinderhilfswerk Bergen, heute Referatsleiter u.a. für Uganda, Äthiopien sowie Brasilien und – mein Onkel zweiten Grades. Er machte mein Abenteuer überhaupt erst möglich. Zusammen flogen wir Anfang April 2002 mit einem Zwischenstopp in Addis Abeba nach Uganda, ins Herz des schwarzen Kontinents. Am Flughafen empfing uns Tim Stevenson, ein Missionar und Entwicklungshelfer, der mit seiner Familie schon seit über 15 Jahren in Uganda arbeitet. Für die nächsten vier Wochen würden mich die Stevensons in ihrem Haus aufnehmen, und für meine gesamte Aufenthaltsdauer in Uganda Ansprechpartner, Ratgeber und Freunde sein. Faszinierende Naturschönheit Schon auf dem Weg nach Kampala, der etwa 30 Kilometer lang ist, gewann ich einen ersten Eindruck des unbekannten Landes. Unfassbar und über alle Maßen überwältigend war für mich die Landschaft Ugandas: üppige, grüne Vegetation, der leuchtend blaue Viktoriasee, die rote Erde – Man muss von diesem Überfluss und Reichtum der Natur einfach fasziniert sein. Im Gegensatz dazu sticht einem die Armut der Leute fast noch mehr ins Auge. Zwar sieht man auch Häuser aus Ziegelsteinen, aber vielerorts entdecke ich alte, klapprige Bretterverschläge mit Wellblech als Dächer. An der Straße bieten viele Menschen ihre landwirtschaftlichen Erträge oder andere Produkte auf kleinen Holzgestellen zum Verkauf an. Langsam nähern wir uns der Hauptstadt, Kampala. Einst erstreckte sie sich wie Rom auf sieben Hügeln; heute umfasst sie mehr als zwanzig. Fast zwei Millionen Menschen leben hier – und die Stadt wächst immer weiter. Viele arme Menschen auf dem Land verlassen ihr Dorf, um in der Stadt ihr Glück und ein vermeintlich besseres Leben zu finden. Aber erst einmal dort angekommen, finden sie nicht die erhoffte Quelle des Reichtums vor, in der jeder das große Geld macht. Stattdessen sorgen auch hier Arbeits- und Perspektivlosigkeit für Probleme. Ohne ausreichend Bildung für einen Job enden die hinzugezogenen Arbeitssuchenden schnell in den Slums der Stadt, zu stolz um in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Sperrmüll als Wohnung Hautnah erlebte ich diese Problematik bei einem Besuch im Bezirk Wabigalo einige Tage später. In diesem Teil der Stadt wird man von den Bildern unfassbarer Armut fast erschlagen. Alte, dreckige Bretter und sonstige Materialen, die bei uns nur als Sperrmüll gelten würden, dienen den Bewohnern dort als Baumaterialien für ihre Wohnungen. Als Häuser kann man diese winzigen Verschläge kaum bezeichnen. In den kleinen Behausungen wohnen meist Großfamilien mit zahlreichen Kindern, die alle Essen, Kleidung und Schulbildung benötigen. Mit Reinhard Berle und Colleen Stevenson besuche ich die Schule des Kinderhilfswerk Bergen in Wabigalo. Auch sie ist nur aus einfachen Brettern gebaut, der Boden sandig, die Klassenzimmer vollgestopft mit Schülern. Trotzdem stellt sie für all die Kinder dort ihre größte Zukunftschance dar. Einst für 50 bis 70 Schüler gebaut, werden hier heute etwa 300 Kinder unterrichtet. Denn die Nachfrage ist riesig. Hier prägen sich Bilder in Kopf und Herz ein, die die Wichtigkeit der Spenden und Unterstützung aus Deutschland verdeutlichen. Mit nur einem kleinen Betrag kann hier vielen Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft geboten werden. Neben der Wabigalo Schule lernte ich während meiner Zeit in Kampala noch viele andere Projekte des Kinderhilfswerkes kennen. Ich hatte die Möglichkeit, Tim und Colleen Stevenson oft bei ihrer Arbeit zu begleiten und habe somit einen tieferen Einblick in ihre Arbeit in Uganda gewonnen. Auch durfte ich selbst in zwei verschiedenen Schulen in Kampala arbeiten, was ein ebenso schönes Erlebnis für mich war. So besuchten wir z.B. die Kasubi School, die zeigt, wie erfolgreich Entwicklungshilfe sein kann. Schon mehrmals wurde der Schulkomplex mit Gebäuden erweitert, weil die Nachfrage nach Schulplätzen zu groß war. Auch im Moment ist wieder ein Anbau geplant. Und wenn man die leuchtenden Augen der vielen Patenkinder sieht, die hier eine Ausbildung genießen dürfen, dann begreift man, wie wichtig es ist, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern weiter für jedes einzelne Kind zu kämpfen.
| | Nadine Laurinat | Im November 2002 hatte ich das riesige Glück, mit Reinhard Berle und drei anderen netten Herren nach Afrika zu fahren, wo wir verschiedene, von großer Armut und Hungersnot heimgesuchte Länder bereisten. Bewegt von dieser völlig anderen Welt und betroffen vom Schicksal der vielen armen zum Teil kranken Menschen, verlebte ich mein bisher größtes Abenteuer. Wir besuchten Äthiopien, Sambia und Uganda und konnten dadurch unterschiedliche Lebensweisen und Kulturen kennen lernen. Auch jetzt in der Zeit danach, kann ich nicht davon loslassen. Ich war fasziniert von der Liebe und der Herzlichkeit der Afrikaner, die sie, trotz ihres harten Lebens, an uns weitergegeben haben. Bei allem was wir sahen, werden unsere Probleme so klein und jeder von uns muss für das, was er hat wirklich dankbar sein. Ich denke, diese Reise hat in meinem Leben sehr viel bewirkt und mich dazu animiert, mehr zu tun. Nadine Laurinat, Schönberg
| | Gerhard Krüger | Mich hat schon eine längere Zeit der Gedanke beschäftigt, eine Reise mit Rein-hard Berle nach Afrika zu unternehmen. Im Vorfeld hatte ich schon einige Informationen über Afrika und die Arbeit des Kinderhilfswerk Bergen bekommen, die meine Neugier noch steigerten. Es würde den Rahmen sprengen einen kompletten Reisebericht zu geben, denn jeder Tag war ein besonderes und neues Erlebnis. Deshalb möchte ich mich auch nur auf einige Eindrücke beschränken. Als erstes bin ich Gott sehr dankbar für die Bewahrung auf der Reise. Denn von unserer 5-Personen-großen Reisegruppe benötigte keiner irgend ein Medikament aus der gut gefüllten Reiseapotheke. Und das ist bei solch einer Reise nicht selbstverständlich! Als nächstes möchte ich die akribische Gründlichkeit erwähnen, mit der die Kon-trollen der Gelder von den Verantwortlichen des Kinderhilfswerk Bergen und den Mitarbeitern in den Ländern durchgeführt werden. Den Arbeitseinsatz der Mitarbeiter vor Ort, zum größten Teil ehrenamtlich, kann man nicht beschreiben oder in Worte fassen. Die Dankbarkeit der Menschen über die vom Kinderhilfswerk Bergen geleistete Hilfe in den jeweiligen Projekten kann man nur weiter geben wenn man es wirklich persönlich erlebt hat. Dieses kommt besonders durch die leuchtenden Augen der Waisenkinder zum Ausdruck, denen geholfen wird, und die ohne Hilfe wirklich keine Chance hätten. Überwältigend war auch die freundliche Begrüßung und Aufnahme der Afrikaner in den Dörfern. Ein Erlebnis möchte ich ein wenig ausführlicher beschreiben: Am letzten Tag der Reise hatten wir die Möglichkeit, mit Pastor Daniel, Projektleiter in Äthiopien, ein Gefängnis in der Nähe von Addis Abeba zu besuchen. Eine Unterkunft, in der 360 Männer auf ca. 1500 m² in ein Gebäude von ca. 150 m² eingesperrt waren. Pro Mann und Tag gibt es 1 Liter Wasser. Dieser 1 Liter muss zum Trinken und zur Körperpflege reichen. Die Zustände in diesem Gefängnis sind unbegreiflich. Und nun muss man sich vorstellen, dass ein Moslem als Chef des Gefängnisses, das Kinderhilfswerk Bergen als christliches Hilfswerk bittet, einen Brunnen zu bohren! Pastor Daniel hat auf diesem Gelände auch schon eine Kirche gebaut (4 Pfosten, Plastikfolie und Baumstämme zum Sitzen), in der regelmäßig Gottesdienste Gottesdienste abgehalten werden. Außerdem bietet er ein kleines Beschäftigungsprogramm an. Zum Schluss möchte meine Anerkennung und Dankbarkeit über die vom Kinder-hilfswerk Bergen geleistete Arbeit, die meine Erwartung weit übertroffen hat, zum Ausdruck bringen. Ich möchte Euch ermutigen: „MACHT SO WEITER“! Gerd Krüger, Braunschweig
| | Karl Bär | Wenn ich an Afrika zurückdenke, denke ich an Vieles: Die Menschen, Landschaft, Kultur... Vor allem erinnere ich mich an Schönes und Gutes: Die Menschen haben mich sehr beeindruckt mit ihrer Fröhlichkeit trotz primitiver Lebensumstände. Ihr Lachen, ihre Liedern, die Farben sind frisch wie der Frühling. In Deutschland prägt beruflicher Erfolg, ein dicker Geldbeutel, Haus, Auto, Äußerlichkeiten und ...sehr viel Unzufriedenheit... das Leben; in Afrika geht es um das Überleben in einfachsten Verhältnissen, es geht um Zusammenhalt und Gemeinschaft... ich erlebe mehr Zufriedenheit...Es scheint nicht so viele Kommunikationsprobleme zu geben wie hier bei uns, wo man keine Zeit füreinander hat. Es scheint mir sehr viel Potential/Geschick/Intelligenz in Afrika zu schlummern, das durch (mehr) Bildungsangebote geweckt werden könnte. Sehr viel Kreativität - "Not macht erfinderisch" - zeigt sich z.B. auch in den Schulen bei der Beschaffung von Unterrichtsmaterialien. Übertriebene Bürokratie gibt es nicht, die diese Kreativität hemmen würde. Es gibt auch sehr viel Elend und Probleme. Mir scheint, manches wäre in den Griff zu bekommen, wenn nicht (Bürger-)Kriege und Stammesfehden diese Länder immer wieder zurückwerfen würden. Karl Bär, Neukirchen | | Astrid Schwermer besuchte mit Hans-Jürgen Pechmann Asien | Liebe Freunde vom Kinderhilfswerk, ich hatte das Glück, den Referatsleiter Hans-Jürgen Pechmann auf seiner Tour durch Nordindien, Nepal und Bangladesh für viereinhalb Wochen zu begleiten. Ich habe selbst einen 9-jährigen Patensohn in Kandoli (Dehra Dun). Daher war es für mich sehr interessant, die Arbeit des KHW`s in der Praxis zu erleben. Ich konnte uneingeschränkt an allen Programmpunkten von Hans-Jürgen Pechmann teilnehmen, egal ob Besuche bei Patenkindern, Finanzkontrollen oder Komiteeversammlungen. Überall wurden meine Fragen bereitwillig beantwortet, und ich konnte Einsicht in alle Bücher und Unterlagen nehmen. Ich habe mein Patenkind Sachin besucht und konnte mich davon überzeugen, dass meine finanzielle Unterstützung dazu beiträgt, dass er die Schule besucht und der Lebensstandard der Familie erhöht wird. Stolz zeigte Sachin mir auch all die Briefe, die er bisher von mir erhielt. Ich war überrascht, dass vor allem junge Leute in Indien, Nepal und Bangladesch für das KHW arbeiten. Der christliche Glaube dieser Menschen und die Kraft und das Engagement, die sie in ihre Arbeit stecken, haben mich tief beeindruckt. Die Arbeit ist so hart und teilweise durch Probleme erschwert, wie unüberwindbarer Bürokratismus, Verlangen von Schmiergeldern und Konflikte mit Andersgläubigen. Aber in allen Projekten haben sich Mitarbeiter gefunden, die bereit sind, unter einfachen Verhältnissen und mit weniger Gehalt als an staatlichen Einrichtungen zu arbeiten. Ihnen allen gebührt der Dank für die Vollendung unserer Hilfe, denn allein mit einer finanziellen Unterstützung ist eine sinnvolle Hilfe nicht möglich. Ich habe auf dieser Reise viele liebe Menschen kennen gelernt, so dass mir der Abschied schwer fiel. Überall wurde ich liebevoll umsorgt und verwöhnt, immer fand jemand die Zeit, um mir auch Sehenswürdigkeiten des Landes zu zeigen. Aufgrund bester Organisation und hilfreicher Ratschläge von Hans-Jürgen Pechmann erlebten wir eine Reise ohne Hindernisse, fast alles lief reibungslos ab. Nach dieser Reise ist vieles von der Arbeit des KHW`s für mich besser zu verstehen, und ich kann alle Paten beruhigen, die bisher noch an der Effektivität ihrer Patenschaft gezweifelt haben. Aber ich möchte auch alle Anderen ermutigen, ebenfalls über eine Unterstützung des KHW`s nachzudenken. Schon geringe Geldbeträge können in diesen Regionen einen großen Nutzen bringen. Das Geld ist bei den Mitarbeitern vor Ort in den richtigen Händen und wird bestimmt an den notwendigen Stellen eingesetzt. Ich möchte nochmals allen Beteiligten für diese schöne Zeit in Asien danken. Es ist schwer für mich, diesen Dank in Worte zu fassen, da mir nichts ausreichend genug erscheint. Ganz besonderer Dank gilt natürlich Herrn Pechmann, der mir diese Reise ermöglichte und sich stets sehr um mein Wohlergehen und meine Sicherheit sorgte.
| | Bericht von Patin Anne Brobeil über ihre Brasilien-Reise | "Schon lange war es mein größter Wunsch, während meines Urlaubes als Krankenschwester in einem Entwicklungsgebiet zu arbeiten. Das Kinderhilfswerk Global-Care hat mir die Chance gegeben, eines ihrer Projekte in Itaituba, Brasilien, zu besuchen und auch die Patienten in ihrer Bethelklinik zu betreuen. Allein schon dieser vierwöchige Aufenthalt war ein unvergessliches und beeindruckendes Erlebnis für mich. Trotz der Armut und Nöte der Menschen wurde ich mit so einer Selbstverständlichkeit und Herzlichkeit aufgenommen, dass ich mich fast wie zu Hause fühlte. Ich war sehr überrascht über die gut geführten Schulen und Kindergärten, auch die Schreinerei und Näherei überzeugten mich sehr. Sofort begeistert war ich von der Bethelklinik, die mit hohem hygienischen Standard von zwei sehr engagierten Allgemeinärzten und einer Zahnärztin geführt wird. Angegliedert ist auch ein Sozialarbeiter, der die Patienten zu Hause besucht, um die soziale und finanzielle Situation zu erfassen. Ich habe ihn bei einiger seiner Touren begleitet und konnte mir so endlich selbst ein Bild machen, in welchen desolaten Verhältnissen viele dieser Menschen in Itaituba leben. Auch hier wurde ich immer freundlich und interessiert empfangen. Zum Projekt gehört ebenfalls die Fazenda Bertlich, die ich für einige Tage besuchte. Die Fazenda ist ca. 1,5 Autostunden von Itaituba entfernt, an der Transamazonica gelegen. Sie versorgt die Kinder mit ihren landwirtschaftlichen Produkten, verkauft auch Güter und unterhält gleichzeitig eine einzigartige landwirtschaftliche Schule für Jugendliche. Unter sehr guter Führung haben auch hier viele Jugendliche durch die Ausbildung eine Chance auf einen Arbeitsplatz. Schon lange hatte ich mir Gedanken über die Unterstützung eines Patenkindes gemacht und bekam hier die Möglichkeit, eines von so vielen bedürftigen Kindern persönlich kennenzulernen und zu sprechen. Nach einigen Besuchen hatte ich mich sehr schnell entschieden - für ein Mädchen. Stephane lebt mit ihren jüngeren Geschwistern und ohne Eltern in einer dachlosen Baracke. Durch einen kleinen, aber konstanten finanziellen Beitrag kann sie jetzt die Schule besuchen und hat Anspruch auf medizinische Versorgung. Nach all diesen Erfahrungen und Eindrücken war ich ziemlich aufgewühlt, aber auch dankbar, dass es Menschen und Organisationen gibt, die sich dieser Bedürftigen annehmen. Nach meinen vielen Reisen auch in andere Länder wird mir immer wieder klar, in welch unermesslichem Wohlstand wir hier eigentlich leben und wie wenig zufrieden viele von uns doch sind! Ich denke sehr oft und gerne an die Zeit in Itaituba zurück und an die Menschen, die mir so viel geschenkt haben - ihre Freude und ihr strahlendes Lächeln."
Anne Brobeil, Ehingen
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